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News des Monats

News verpasst? Überblick verloren? Das ist bei der heutigen Informationsüberflutung keine Seltenheit. Wir zeigen euch die wichtigsten Nachrichten aus der Digitalbranche für den Monat September in einer Zusammenfassung. Unser Format „News des Monats“ soll Euch einen kurzen, ausgewählten Überblick über interessante Themen der Digitalbranche geben. Im Überblick gibt es dieses Mal den ICO-Hype Filecoin, das neue iPhone X und Interessantes über das Internet der Stimme.

ICO-Hype von Filecoin – das neue Dropbox?

Das Startup Protocol Labs mit seinem Produkt „Filecoin“ bricht einen Rekord – 257 Millionen US-Dollar hat das junge Unternehmen über einen ICO (Initial Coin Offering) eingesammelt. Das ist die größte Summe, die je über diese neue Finanzierungsform erreicht wurde. Noch bemerkenswerter – die Summe ist innerhalb nur eines Monats zustande gekommen.

Wie funktioniert ein ICO?

Anleger erwerben eine virtuelle Kryptowährung, die sogenannten Tokens – vergleichbar mit digitalen Coupons – die die Erwerber unter anderem zur Teilhabe an einem Unternehmen berechtigen. Aus technischer Sicht basiert diese Finanzierungsform auf der Blockchain-Technologie.

Was bietet Filecoin?

Filecoin ist ein dezentrales Cloudspeicher-Netzwerk und somit ein großer Konkurrent von Dropbox. Das Startup bietet seinen Usern die Möglichkeit, freie Festplattenkapazitäten auf verteilten Computern – im Tausch gegen eine Kryptowährung – zu nutzen.

Der Hype beim ICO von Filecoin erklärt sich teilweise dadurch, dass sich auch Großinvestoren wie der Whatsapp-Investor Sequoia Capital und Andreessen Horowitz Anteile in Höhe von 52 Millionen Dollar gesichert haben. Auch die Teilnahme des Startups im renommierten Förderprogramm von Y-Combinator erklärt den Ansturm auf die ausgegebenen Tokens.

Zukunft von ICOs weiter fraglich

Ob Filecoin Dropbox also wirklich ablöst, bleibt aufgrund der allgemein unsicheren Zukunft von ICOs weiterhin fraglich. In China ist diese neue Finanzierungsform beispielsweise von der dortigen Nationalbank verboten worden – die wirtschaftliche und finanzielle Ordnung des Landes sei ernsthaft gestört worden.

 

Kundenkommunikation 2.0 – Das Internet der Stimme

Bilder sagen mehr als tausend Worte – diese Weisheit könnte schon bald veraltet klingen, denn mit Hilfe von sprechenden Geräten und Websites rücken Unternehmen aktuell und auch in Zukunft immer näher an ihre Kunden. Bis zu einer wirklichen Konversation mit Computern wird es allerdings noch dauern, da die Spracherkennung für uns momentan noch zu komplex und die künstliche Intelligenz der digitalen Geräte noch nicht ausgereift genug ist.

Begriffe wie „Internet of Voice“ und „Conversational Internet“ versprechen große Innovationen und spannende Möglichkeiten für die Zukunft. Anwendungsbeispiele locken immer mehr Software-Entwickler aber auch potenzielle Nutzer in das Internet der Stimme.

Bereits 54 Prozent der E-Commerce-Kunden ließen sich durch AI zum Kauf motivieren. Zweifler gibt es natürlich auch bei dieser digitalen Neuerung – immerhin 90 Prozent haben Bedenken bezüglich der eigenen Datensicherheit bei der Nutzung von Sprachassistenten. (Diese Tendenz belegen Umfragen der „Accenture Dynamic Digital Consumer Survey 2017“ und der „Mindmeld Intelligent Voice Assistants Survey Q1 2016“.)

Welche Sprachassistenten gibt es?

Auf dem deutschen „Internet of Voice“-Markt sind vor allem Apples Siri, Microsofts Cortana, Google Assistant und Amazon Alexa gefragt. Das könnte unter anderem daran liegen, dass beispielsweise Siri und Google Assistant in vielen Smartphones aktiv sind und die kleinen Dinge im Alltag – wie Anrufe, Suchen o.ä. – bereits erheblich vereinfachen. Der Sprachassistent Alexa ist vor allem in Produkten von Drittherstellern zu finden.

Die Anwendungsgebiete der beliebtesten Sprachassistenten in Deutschland sind durchaus verschieden. Während Siri und Google Assistant als mobile Assistenten agieren, die Nachrichten, Kalender, To-do-Listen und freihändiges Telefonieren ermöglichen, bietet Google Home eine breite Daten- und Wissensbasis mit Geodaten, Maps und Suchfunktionen. Alexa ist vor allem für das smarte Zuhause konzipiert worden und bietet den Nutzern u.a. die Möglichkeit im privaten Raum Musik abzuspielen. Cortana ist Microsofts Computer-Assistent und soll die Erledigung von Aufgaben vereinfachen.

Die Sprachassistenten weisen schon heute Schnittstellen zu Smart-Home-Geräten auf und schaffen in Verbindung mit gängigen Gerätemarken wie Osram, Philips, Lenovo oder Bosch ein unverwechselbares Smart-Home-Entertainment. Laut Statista hat dieser Markt ein Wachstumspotential von mehr als 24 Prozent pro Jahr. Der Hype wird auch durch den geschätzten Wert von rund 80 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 angefeuert.

Auch Autohersteller wie Ford arbeiten an smarten Lösungen mit Hilfe von Sprachassistenten – so kündigte der Autobauer an, Amazons Alexa in Zukunft in sein Infotainment-System integrieren zu wollen.

Künstliche Intelligenz und Sprachoptimierung

Aktuell sind Sprachassistenten noch nicht in der Lage, die menschliche Sprache zu verstehen oder zu sprechen – Schlüsselfaktor ist die künstliche Intelligenz, die noch nicht ausgereift genug ist. AI ermöglicht es Sprachassistenten in Zukunft den Kontext einer Kundenanfrage zu erkennen, den besten Treffer auszuwählen, die Metadaten und ganze Sätze beinhalten, also nicht nur Schlagwörter. Das Ohr der Nutzer erreichen die smarten Assistenten demnach nur, wenn sie in Zukunft in der Lage sind, ganze Sätze und zusammenhängende Inhalte wiederzugeben.

Fazit

In Zukunft werden Sprachassistenten smarter, menschlicher aber dadurch auch unberechenbarer. Für Entwickler bedeuten die Anforderungen an die digitalen Sprachassistenten der Zukunft eine Herausforderung. Ist diese Hürde in Zukunft aber umgangen, stellen Formen wie Produktberatung, Nachschlagewerke, Spiele oder Voice-Shopping sowohl für Marketer, als auch Nutzer, einen unvergleichbaren Mehrwert dar. Durch „Voice First“ rücken das Marketing und potentielle Zielgruppen in Zukunft immer näher aneinander.

 

September Highlight: Apples iPhone X

Das Smartphone-Angebot von Apple war noch nie so umfangreich – parallel zum Highlight iPhone X, 8 und 8 Plus sowie der iPhone-7-Reihe wird auch das iPhone 6s (Plus) weiterhin verkauft.

Warum das iPhone 6s weiterhin verkauft wird

Der augenscheinliche Kannibalismuseffekt der neuen Apple-Strategie wird gewünscht sein, denn rein optisch fallen die Unterschiede der Modelle – ausgenommen des neuen iPhone X – nicht groß aus.

Die Strategie dahinter könnte sein, dass Apple mit dem iPhone 6s und den neuen Modellen, ein Smartphone in nahezu jeder Preiskategorie anbietet und somit eine breitere Masse an Kunden erreichen kann. Denn vor allem im unteren und mittleren Preissegment dominieren aktuell Android-Smartphones den Markt.

Zwischen dem iPhone 7 und 8 liegen die Unterschiede überwiegend im Detail. Die Rückseite des 8 (Plus) ist anstelle des üblichen Aluminiums aus Glas gefertigt und lässt sich per Induktion via Qi Wireless laden. Apple beweist wieder geschicktes Marketing-Know-How – denn die Ladestation ist im Kaufpreis des iPhones nicht miteingeschlossen. Ein leicht besserer Prozessor und eine neue Kamera stellen nur marginale Verbesserungen zu den Vorgängermodellen dar.

iPhone X als Highlight der Neueinführung

Apple wäre nicht Apple ohne ein wirkliches Highlight bei der Neueinführung seiner Produkte – im September heißt das Highlight „iPhone X“.

Mit der nahezu rahmenlosen Verarbeitung des OLED-Displays zieht Apple mit seinen Mitstreitern und Konkurrenten gleichauf. Samsung (Galaxy S8, Galaxy Note 8) oder LG (G6, v30) bieten schon seit längerem Modelle ohne Rahmen an.

Hallo! Rahmenlos und FaceID – Tschüss! Homebutton und TouchID

Ein Erkennungzeichen musste weichen – wer rahmenlos möchte muss auf einen Homebutton verzichten – der TouchID-Fingerabdrucksensor weicht der neuen FaceID 3D-Gesichtserkennung. Wer seine Gesichtsdaten nicht preisgeben möchte, kann auch mit dem iPhone X weiterhin einen einfachen Entsperrcode verwenden. Neue Spielerei sind die Animojis – diese werden mit der eigenen Mimik via Apples 3D-Gesichtserkennung gesteuert und geben die eigenen Bewegungen wieder.

Technische Änderungen sind auch beim iPhone X nur minimal: Es besitzt eine Dual-Kamera mit zwei Zwölf-Megapixel-Sensoren, den schnellen A11-Prozessor und die gleichen Speicheroptionen von 64 und 256 Gigabyte. Mit einem Preis ab 1.149 Euro auf dem deutschen Markt wird deutlich, dass Apple einen Exklusivitätsgedanken erwecken will. Weiterer Grund für den hohen Preis sind die geringen Stückzahlen von täglich nur 10.000 Einheiten, die Apple per Auftragsfertigung produzieren lassen kann. Schuld ist das OLED-Display und die Sensor-Reihe auf der Front, die für die FaceID erforderlich sind.

Wer eine Übersicht über die Modelle möchte, findet hier das iPhone SE bis iPhone X im Vergleich.

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