Marketing/ Trends

(Mensch) + Maschine = Textroboter im Marketing

Was hinter dem Begriff „Textroboter“ steckt und wie das Marketing von dieser Art Künstlichen Intelligenz (KI) profitieren kann, ist heute Gegenstand dieses Blogposts. Textroboter in Unternehmen – für viele Marketingprofis ist das wahrscheinlich noch Neuland – dennoch gibt es aktuell schon Vorteile, die in verschiedenen Einsatzgebieten für Zeit- und Kostenersparnisse sorgen könnten.

Im Bereich eCommerce gibt es häufig das Problem, dass unterschiedlichste Produkte fortlaufend aufgesetzt, ergänzt oder aktualisiert werden müssen. Das kostet Unternehmen und Verantwortliche Zeit und setzt zudem ein tieferes Verständnis über jedes einzelne Produkt voraus. Gerade hier bergen Textroboter große Potentiale.

Textroboter sind sogenannte digitale Lösungen, die auf Basis verfügbarer Datenbanken oder anderer interner/externer Quellen automatisiert Texte zu den Produkten erstellen können. Ein Vorteil liegt ganz klar auf der Hand: Zeitersparnis! Ein Roboter schafft Hunderttausende Artikel in einer Stunde – was personell und zeitlich für die meisten Unternehmen gar nicht denkbar wäre. So werden Inhalte wie Produktinformationen und Bilder „automatisch“ in das System hochgeladen und individualisierte Produkttexte verfasst.

Namenhafte Medien wie Forbes, die New York Times und die Washington Post geben an, dass sie bereits einige Texte mit Textrobotern generieren. Gerade im Journalismus kann so viel Zeit eingespart werden, die beispielsweise in Titelstorys investiert werden kann.

Im Marketingalltag können Textroboter in Kombination mit anderer KI und in Kooperation mit einem Customer Relationship Management (CRM)-System proaktiv maßgeschneiderte Produktvorschläge und Kaufempfehlungen generieren. Technisch basieren diese Vorschläge und Empfehlungen auf vorherigen Bestellvorgängen oder auf den soziodemografischen Daten der eigenen Kundendatenbank. So wird eine optimierte, zielgruppengerechte und individuell angepasste Kommunikation mit den eigenen Kunden möglich. Ein weiterer Pluspunkt ist, das Textroboter bereits heute schon in der Lage sind Inhalte in mehreren Sprachen zu verfassen – was eine enorme Zeit- und Abstimmungsersparnis für international agierende Unternehmen bedeutet.

AX Semantics NLG Cloud ist bislang noch der einzige Anbieter einer Plattform für automatisierte Erstellung von Fließtexten. Aktuell gibt es drei Textroboter, die mit dieser Software kompatibel sind.

  1. uNaice: Der Textroboter verfasst Texte in Deutsch und 22 weiteren Sprachen. uNaice-Roboter kommen vor allem für die Texte von Online-Shops, im Bereich Business Intelligence (BI) und in den Sozialen Medien zum Einsatz. Desweiteren sind automatische Aktualisierungen bei Produktneuheiten möglich – inklusive SEO-optimierter Beschreibungen.
  2. spheer: Durch Kombination der Möglichkeiten eines Content Managment Systems (CMS) und der Verwaltungsstärke eines Asset-Management-Tools mit intelligenten, kognitiven Maschinen, soll eine „Hand in Hand“-Arbeitsweise möglich werden.
  3. Textbroker: Auf diese hybride Zusammenarbeit setzt auch Textbroker (2014 zur besten Website für Schreibarbeiten ausgezeichnet). Textbroker verbindet reale Autoren aus aller Welt – aus verschiedenen Themenschwerpunkten – mit einer Option zum Einsatz eines Textroboters. Auftraggeber haben die Möglichkeit zwischen Mensch und Roboter zu wählen.

Fazit

Textroboter bringen an vielen Stellen durchaus Zeitersparnis – aber genauso wie in anderen Bereichen, in denen KI bereits eingesetzt wird – fehlt es den intelligenten Maschinen (noch) an den Fähigkeiten Gefühle und menschliche Emotionen ausdrücken zu können. Das macht einen gut ausgebildeten Mitarbeiter oder Journalisten – für viele Projekte – unersetzbar. Bereiche, in denen ein Textroboter keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern kann, sind unter anderem Fachbeiträge, hyperpersonalisierte Schreiben und E-Mails mit individuellem Content.

Somit können vor allem serielle und zeitkritische Texte, bei denen die reine Replikation vorhandener Informationen ausreicht, von den maschinellen Helfern verfasst werden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Produkttexte in Onlineshops und rein faktenorientierte News wie Wetterthemen, Sportnews, Finanzen oder Geschäftsberichte.

Im aktuellen Stadium der KI sind vor allem hybride Lösungen interessant – also die Kombination von Mensch und Maschine. Für Marketer lohnt es sich, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, um Kosten- und Zeitvorteile durch Textroboter optimal ausnutzen und ihren Einsatz in die eigene Content-Strategie einbinden zu können.

Es gilt also aktuell noch die (fiktive) Gleichung: (Mensch) + Maschine = Textroboter im Marketing