Marketing

Facebook Marketplace – eBays große Konkurrenz?

Bereits seit längerem nutzen rund 450 Millionen Menschen Facebook zum Kauf und Verkauf von Artikeln. Nun verwendet das weltweit größte Social Network dieses Potential mit „Marketplace“ als eine eigene Handelsplattform – und macht so Anbietern wie eBay Konkurrenz.

Zum (privaten) Kaufen und Verkaufen von Artikeln

Für Millionen Menschen ist Facebook längst ein wesentlicher Teil ihres Alltags. Einige davon surfen längst nicht mehr nur zum Netzwerken, sondern auch zum (privaten) Kauf und Verkauf von Artikeln. Facebook-Chef Mark Zuckerberg nutzt dieses enorme Potential des weltweit größten sozialen Netzwerks nun über einen eigenen Marktplatz für Anzeigen. Mit „Marketplace“ startete Facebook einen über eine Smartphone-App nutzbaren Service. Hierbei werden Angebote in der Nähe des jeweiligen Nutzers angezeigt. In der Facebook-App ersetzt das „Marketplace“-Symbol die Verknüpfung zum Facebook-Messenger.

Das Aus für Facebooks Konkurrenten?

Doch all das ist nicht vollkommen neu: Bereits 2007 experimentierte Facebook erstmals mit einem Kleinanzeigenmarkt. Dieser erreichte allerdings nicht die von Zuckerberg erhoffte Popularität. Nun aber berichtet Facebook von der Nutzung des Netzwerks durch rund 450 Millionen der weltweit insgesamt 1,7 Milliarden Facebook-User. Anders als Konkurrenten wie Amazon oder Craigslist erhebt Facebook keine Gebühren. Branchenkenner werten diesen Schritt zunächst als Mittel zur Kundenbindung. Anders als zum Beispiel eBay beteiligt sich Facebook außerdem nicht am eigentlichen Verkaufsprozess. Bedeutet all dies das Aus für Facebooks Konkurrenten?

Kostenfrei für beide Parteien

Nun kommt Facebooks Marktplatz-Funktion auch nach Deutschland. Der Marktplatz gibt Facebook nicht nur mehr Raum zur Schaltung von Anzeigen: Er liefert dem Netzwerk auch wertvolle Nutzerdaten. Auf diese Art und Weise optimiert Facebook den Einblick in Kaufverhalten und Produktinteresse seiner Nutzer. Dies wiederum hilft bei der Auslieferung gezielter Werbeanzeigen. Konzipiert als eine Art virtueller Flohmarkt, richtet sich der Marktplatz von Facebook an private Käufer und Verkäufer. Diese regeln die Zahlungsabwicklung und den Versand der Waren auf eigene Faust. Dank Werbeeinblendungen ist das Angebot kostenfrei für beide Parteien.

Kategorien wie Möbel, Elektronik oder Bekleidung

Facebook startete seine Marktplatzfunktion erstmals Ende 2016 in Australien, Neuseeland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika. Ende Juli 2017 gelangte die Funktion schließlich auch nach Europa. Zuerst startete der Flohmarkt in Italien, Spanien, Irland und Portugal. Nun folgt auch Deutschland als Anbieter von Facebooks Marktplatzfunktion. Und die ist vermutlich lukrativ: In den Staaten kam es laut Facebook bereits im Mai diesen Jahres zur Schaltung von rund 18 Millionen Anzeigen. Die Nutzer profitieren von der kostenfreien Anzeigenschaltung in Kategorien wie Möbel, Elektronik oder Bekleidung. Hier stöbern sie auch nach gesuchten Produkten. Wichtig: Eine Facebook-Freundschaft zwischen Käufer und Verkäufer ist keine Grundvoraussetzung.

Ein Konzept mit Zukunft?

Mit „Marketplace“ bündelt Facebook die bereits lose formierten Gruppen von Käufern und Verkäufern auf seiner Plattform. Bislang nutzte ein Großteil der Deutschen eBay zum Kauf und Verkauf von Artikeln. Nun aber tritt Mark Zuckerberg auf den Plan. Ein Konzept mit Zukunft? Das lässt sich bislang noch schwerlich sagen. Fest steht lediglich: eBays Monopolstellung in Sachen Verkauf von Gegenständen zwischen Privatpersonen innerhalb Deutschlands gerät diesen Sommer möglicherweise erstmals ins Schwanken. Anders als bei eBay ist momentan allerdings noch unklar wie die Haftung im Betrugsfall behandelt werden soll. Die Vorteile von „Marketplace“ liegen dennoch auf der Hand: So ist der Service vollkommen kostenlos für alle Nutzer. Die Kontaktaufnahme erfolgt ganz unkompliziert über den Messenger.

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