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Snapchat Your Life

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Nachrichten schreiben? Geht auch über WhatsApp. Bilder versenden? Ebenfalls – und dazu gibt es Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Telegram und weitere Social-Media-Kanäle und Apps. Trotzdem ragt Snapchat zumindest derzeit über die Konkurrenz hinaus und wird seit langer Zeit als „next big thing“ gehandelt, das eigentlich schon längst da ist. Warum sich die App so gut entwickelt und welches Potenzial Werbetreibende darin finden, zeigt dieser Artikel.

Die Beliebtheit von Snapchat in Zahlen

Snapchat erlangte in den Anfangszeiten große Beliebtheit durch ein Feature, das gesendete Bilder einige Sekunden nach Empfang beim Adressaten wieder gelöscht hat. Das hinderte zwar niemanden daran, einfach Screenshots zu erstellen und die Fotos somit trotzdem haltbar zu machen – ein Alleinstellungsmerkmal war aber trotzdem geschaffen.

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Inzwischen ist die App diesen Anfangszeiten der „Spielereien“ entwachsen und eine ernsthafte Alternative insbesondere im Hinblick auf visuelle Kommunikation: Über 266.000 Fotos versenden Snapchat-Anwender über die App innerhalb von 30 Sekunden, Instagram – eine ebenfalls überaus populäre Plattform für die Darstellung von Bildern – kommt im selben Zeitraum nur auf etwa 24.500 Fotos. In Deutschland nutzten im April 2016 bereits 9 Millionen Anwender die App, täglich kommt Snapchat weltweit auf 100 Millionen Anwender und 6 Milliarden Views der einzelnen Fotos. Eine Nischen-App ist Snapchat damit längst nicht mehr und somit für digitales Marketing überaus interessant.

Snapchat schafft Relevanz

Die Smartphone-App schafft viele Dinge, die bei Facebook und anderen Kanälen prinzipbedingt nicht realisierbar sind oder wofür sich diese anderen Plattformen nur bedingt eignen. Das fängt bei der Relevanz an: Um sich Fotos von anderen Nutzern (oder Unternehmen, die bei Snapchat ebenfalls vertreten sind) anzusehen, muss eine aktive Auseinandersetzung – sprich: ein Antippen des Fotos – stattfinden. Scrollen Sie beispielsweise durch Ihren Facebook-Feed, werden Bilder zwar angezeigt und Videos automatisch geladen. Für das Marketing ist dies jedoch nicht immer optimal. Messverfahren zeigen den Bereitstellern des Contents zwar, dass ein bestimmtes Video vielleicht 10.000 Mal angesehen wurde – aber nur im „Vorbeiflug“ und somit ohne Effekt auf den Zuschauer.

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Bei Snapchat ist dies kaum möglich, da sich Nutzer aktiv am Geschehen interessiert zeigen müssen. Das haben auch große Unternehmen erkannt, die zu besonderen Ereignissen beispielsweise den Selfie-Filter der App ändern. Filter, die aus jeder Person einen Darsteller aktueller X-Men-Filme machen, sind den Filmproduzenten für einen einzigen Tag angeblich 750.000 US-Dollar wert. Ein hoher Betrag, der sich allerdings wieder relativiert, wenn man bedenkt, dass dadurch 42 Millionen Nutzer erreicht und 298 Millionen Views für das Unternehmen zusammengekommen sind. Das Marketingpotenzial scheint damit unergründlich, die Relevanz für Werbetreibende fällt enorm aus.

Der Beginn der visuellen Kommunikation

Informationen lassen sich über Text zwar hervorragend übermitteln, für viele Aufgaben ist die visuelle Kommunikation jedoch prädestiniert: Fotos beinhalten Zeichen, Design, Text (in unterschiedlichen Schriftarten) und den Bildinhalt selbst, der Emotionen oder Gefühle besser ausdrücken kann als Text. Die Höhlenmalereien vor Zehntausenden von Jahren haben es vorgemacht – und Snapchat und vergleichbare Tools für die (Neu-)Entwicklung visueller Kommunikation sind praktisch der Anfang eines neuen, alten Zeitalters, in dem ebenso gerne über Fotos wie Text kommuniziert wird.

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